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Bauanleitung Ugly Drum Smoker


Ein Wort der Warnung vorab: Nachdem die meisten im Verein was Metallbearbeitung angeht sehr wahrscheinlich DEUTLICH fitter sind als ich, habe ich vorab eine Bitte: Nicht fragen, nur wundern, ok? Das Teil tut nämlich trotz allem großartig.

Man kann für einen UDS ("Ugly Drum Smoker" – frei übersetzt "Gammeliger-Fass-Räucherofen") eigentlich jedes metalltonnenartige Gebilde in ausreichender Größe verwenden. Man sollte nur wirklich darauf achten, Stahl zu verwenden, die weitverbreiteten verzinkten Tonnen können durch die hohen Temperaturen das sog. Zinkfieber auslösen! Ich hab für‘n Zehner bei eBay eine Stahltonne geschossen in der vorher Sojaöl transportiert worden ist. Mein Teil hier ist wirklich eine „Quick’n Dirty Lösung“, die ein begabter Handwerker (bzw. jemand der - anders als ich - Metallbearbeitung gelernt hat) in einem Tag locker auf die Beine stellen kann. Mein Bau hat fast zwei Jahre gedauert, weil ich die (leider spärlichen) Angaben aus dem Internet immer wieder getestet, verändert, angepasst und für meine Zwecke umgebaut habe. Herausgekommen ist letztendlich ein Ding das tatsächlich tut, Spaß macht und richtig Leckeres Zeug produziert. Alle Zeichnungen sind weder maßstäblich noch irgendwie maßstabsgetreu – sie dienen eher als Bauanregung. Im Folgenden gibt’s eine halbwegs strukturierte und wenigstens in Ansätzen exakte Bauanleitung für einen Räucherofen:


  1. Fass ausbrennen:
    Die meisten Fässer kommen mit einer Innenbeschichtung wenn vorher Lebensmittel drin gelagert wurden. Wenn‘s vorher ein Ölfass war ist das Ausbrennen noch wichtiger. Also, irgendwo in die weite Welt stellen (in der Innenstadt würde ich das nicht machen), ordentlich Brennholz rein, Spiritus hinterher und gewissenhaft ausbrennen, damit keine Reste an Lack, Öl oder wasauchimmer übrigbleiben. Die Qualmentwicklung ist enorm.

  2. Einbauten:
    Man braucht verschiedene Halterungen und Bohrungen für Roste, Luftlöcher, Thermometer (wichtig!) usw. Die kann man jetzt anfertigen. Anhand der Zeichnung kann man sich ausrechnen wie die unterschiedlichen Höhen am besten angeordnet werden können.

      

    Ich habe für die Rosthalterungen einfach jeweils 3 lange Baumarktwinkel genommen, die ich (Metaller bitte festhalten!) mit simplen Poppnieten befestigt habe (5mm). Reicht tatsächlich völlig aus und hält. Für die Luftzufuhr habe ich 2 Hähne 3/4" aus dem Sanitärbereich verwendet, die hintere Belüftung besteht aus einem 3/4" "Kamin" (90°-Winkel, Rohr und obendrauf wieder ein Hahn). Wichtig ist hier dass das Rohr ÜBER den oberen Rand der Tonne reicht – funktioniert (getestet) um Welten besser.

      


  3. Feuerschale:
    Nach mehreren Tests mit einem Fahrradkorb, einem Blecheimer und einer Feuerschale bin ich bei einer simplen 5-€-Baumarktgrillschale gelandet. Mit der Flex einige Luftschlitze in den Boden und die Beinchen soweit abgeflext, das das Ding gerade so ein paar cm über dem Boden steht. Funktioniert bis jetzt ab besten. Zu dieser Zeit hat das Teil auch eine Feuertür bekommen (bei dem Bild: Metaller bitte NICHT LACHEN). Meiner Erfahrung nach macht es nichts aus dass er durch die Türschlitze ein wenig Nebenluft zieht, man kann ja bei Bedarf die restliche Luftzufuhr mit den Sanitärhähnen regulieren.

         


  4. Deckel:

    Der Deckel braucht Luftlöcher, siehe Zeichnung. Meiner hat zusätzlich noch einen größeren Abzug bekommen, den ich mittels Alublech stufenlos öffnen und verschließen kann. Das hat sich durchaus als sinnvoll erwiesen.



  5. Außen herrichten:

    Ich hab das Fass außen mit der Flex abgeschliffen und ihm zwei Schichten schwarzen Ofenlack verpasst. Der muss lange trocknen und ist auch erst nach dem ersten Einbrennen wirklich fest.

    Ich hab dem Teil noch eine Art Tablett verpasst. Simple Regal-Einhängeschienen aus‘m Baumarkt mit 5er Schrauben befestigt, so kann ich mein Brettchen (einfach analog der Rundung des Fasses zugesägt) bei Bedarf ein- oder aushängen. Hat sich als SEHR praktisch erwiesen.

  6. Füßchen:
    Alles Quatsch mit Rollen drunterschrauben und Griff zum rumschieben. Nach spätestens 30 min. sind die Dinger GESCHMOLZEN. Wer nicht wirklich Rollen aus Metall hat, oder sich 'ne Unterkonstruktion schweisst und die Dinger von der Hitze fernhält hat 'ne Plastikpfütze auf der Terrasse. Daher steht meiner auf Metallwinkeln (aus'm Baumarkt – wer hätte damit gerechnet...?) und seither ist Ruhe. Man muss ihn halt hochheben bevor man räuchern will.

  7. Innenausstattung:
    Meiner hat zwei Roste. Ganz unten steht i.d.R. die Feuerschale, dann kommt Rost 1 den ich meistens für eine Auffangschale bzw. Wasserschale (mit Whiskey, Apfelsaft und Essig) benutze und ganz oben der eigentliche „Grillrost“. Diesen kann man bei Bedarf auch durch ein Quergestänge ersetzen um mittels Räucherhaken z.B. Fische dranzuhängen. Meine Querstangen sind aus Alu, Edelstahl wär mir auch lieber, aber ich konnte damals noch nicht schweißen oder Stahl vernünftig verarbeiten.


Das gute Stück gehört dann erstmal eingebrannt (wegen dem Ofenlack auf der Außenseite) – also nochmal Feuer machen. Muss aber nicht so ein Höllenfeuer werden wie beim einbrennen. Einmal kräftig durchheizen und gut ist.

Zum Räuchern füllt man die Feuerschale mit glühender Kohle (kann ruhig 'ne ordentliche Ration sein) und lässt das Ganze erstmal auf Temperatur kommen. Danach kommt eine gestandene Handvoll gewässerte Laubholzschnipsel auf die Kohlen und die Belüftung wird halb geschlossen. Jetzt auf den Mittelrost eine Wasserschale mit dem bevorzugten Zutaten und auf den Grillrost was immer man auch räuchern will. Sogar Eier gehen. Und jetzt 3-4 Stunden warten. Wer's richtig übertreiben will macht alle Lüftungen zu, gibt sich 16-18 Std. Zeit und kontrolliert nur ab und an ob die Kohlen noch ein wenig glühen. Das geht dann schon in Richtung echter Smoker, bzw. Kalträuchern.

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